Statt einer Vorschau ein Rückblick - der fokussierte Filmabriss vom 13. Januar 2010
Tempus Patricks surname
Jetzt jährt es sich auch bald schon zum zweiten Mal, dass ein begnadeter Schauspieler zu früh von uns scheiden musste. Anders als ein Mensch wie Ingmar Bergman, der auch Schwerpunkt unserer Sendung war und seinen Dämonen einen Platz in seinem Leben einräumte, beugte sich der Schauspieler Heath Ledger diesen Dämonen und ließ sich von ihnen aus seinem Leben ziehen. Am 22. Januar 2008 starb Heath Ledger noch nicht einmal 29-jährig. Am 07. Januar 2010 kam nun "The Imaginarium of Dr. Parnassus" von Terry Gilliam in die deutschen Kinos - mit Heath Ledger in einer der Hauptrollen.
Terry Gilliams Trauma
Dieser Film wird als das Vermächtnis Heath Ledgers in die Geschichte des Kinos eingehen. Wäre er doch nur vor Beginn der Dreharbeiten zu "The Imaginarium of Dr. Parnassus" gestorben! Dies mag zynisch klingen. Heath Ledger war ein großartiger Schauspieler, ohne Frage. Aus Sicht des Cineasten ist dieses Fragment gebliebene letzte Zeugnis seines Schaffens gerade nach der grandiosen Darstellund des Jokers leider nur eine blasse Randnotiz. Dies mag vor allem daran liegen, dass Heath Ledger dem Film nicht ganz seinen Stempel aufzudrücken vermochte.
Es mag nicht der sechste Produktionstag gewesen sein, an dem Heath Ledger verstarb, wie das bei "The Man who killed Don Quixote" mit Jean Rochefort in der Hauptrolle der Fall war. Und diesmal wollte Terry Gilliam nicht die Segel streichen - und aus der Not eine Tugend machen. Die Freunde Heath Ledgers - Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell - sprangen für den Verstorbenen ein und spielten sein Alter Ego in der imaginierten Welt des Dr. Parnassus.
Der alte Kampf um die Seele
So ganz will die Strategie allerdings nicht aufgehen. Es wäre interessant zu erfahren, in welchem Umfang das Skript umgeschrieben werden musste, damit die anderen Akteure möglichst glatten Einbau fanden. Denn der Film erscheint nicht aus einem Guss, ist nur mehr eine Nummernrevue. Der Film besitzt den Charme, den besonderen Touch eines genialen Geistes vom Range eines Terry Gilliams und spiegelt das Kernthema wider, das Gilliam Zeit seines Lebens um- und immer wieder - trotz aller Rückschläge (s. das Münchhausen-Fiasko) - vorantreibt: Die Hymne auf die Kraft der Imagination. Der Film strotzt so auch vor visuellen Einfällen. Und doch fehlt ihm - nach bescheidener Einschätzung des Schreibers dieser Zeilen - das, wonach Dr. Parnassus (Christopher Plummer) als Gegenstand einer Wette mit dem teuflischen Mr. Nick (Tom Waits) trachtet: Seele(n).
Dem Film mangelt es an Seele, er wirkt seltsam unmotiviert. Vor dem Hintergrund der Tragödie um Heath Ledger ist dies aber nur allzu verständlich.
Man möchte dem Film und Terry Gilliam allerdings zugute halten, dass er Mut bewiesen hat, das Unternehmen trotz schlechter Vorzeichen zu einem Ende gebracht zu haben - den Mut eines Getriebenen, trotz aller Hindernisse weiterzumachen.
Der Mut, der schließlich einem anderen Getriebenen fehlte: Heath Ledger.
Das ist das wahre Drama des Films.
Jetzt jährt es sich auch bald schon zum zweiten Mal, dass ein begnadeter Schauspieler zu früh von uns scheiden musste. Anders als ein Mensch wie Ingmar Bergman, der auch Schwerpunkt unserer Sendung war und seinen Dämonen einen Platz in seinem Leben einräumte, beugte sich der Schauspieler Heath Ledger diesen Dämonen und ließ sich von ihnen aus seinem Leben ziehen. Am 22. Januar 2008 starb Heath Ledger noch nicht einmal 29-jährig. Am 07. Januar 2010 kam nun "The Imaginarium of Dr. Parnassus" von Terry Gilliam in die deutschen Kinos - mit Heath Ledger in einer der Hauptrollen.
Terry Gilliams Trauma
Dieser Film wird als das Vermächtnis Heath Ledgers in die Geschichte des Kinos eingehen. Wäre er doch nur vor Beginn der Dreharbeiten zu "The Imaginarium of Dr. Parnassus" gestorben! Dies mag zynisch klingen. Heath Ledger war ein großartiger Schauspieler, ohne Frage. Aus Sicht des Cineasten ist dieses Fragment gebliebene letzte Zeugnis seines Schaffens gerade nach der grandiosen Darstellund des Jokers leider nur eine blasse Randnotiz. Dies mag vor allem daran liegen, dass Heath Ledger dem Film nicht ganz seinen Stempel aufzudrücken vermochte.
Es mag nicht der sechste Produktionstag gewesen sein, an dem Heath Ledger verstarb, wie das bei "The Man who killed Don Quixote" mit Jean Rochefort in der Hauptrolle der Fall war. Und diesmal wollte Terry Gilliam nicht die Segel streichen - und aus der Not eine Tugend machen. Die Freunde Heath Ledgers - Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell - sprangen für den Verstorbenen ein und spielten sein Alter Ego in der imaginierten Welt des Dr. Parnassus.
Der alte Kampf um die Seele
So ganz will die Strategie allerdings nicht aufgehen. Es wäre interessant zu erfahren, in welchem Umfang das Skript umgeschrieben werden musste, damit die anderen Akteure möglichst glatten Einbau fanden. Denn der Film erscheint nicht aus einem Guss, ist nur mehr eine Nummernrevue. Der Film besitzt den Charme, den besonderen Touch eines genialen Geistes vom Range eines Terry Gilliams und spiegelt das Kernthema wider, das Gilliam Zeit seines Lebens um- und immer wieder - trotz aller Rückschläge (s. das Münchhausen-Fiasko) - vorantreibt: Die Hymne auf die Kraft der Imagination. Der Film strotzt so auch vor visuellen Einfällen. Und doch fehlt ihm - nach bescheidener Einschätzung des Schreibers dieser Zeilen - das, wonach Dr. Parnassus (Christopher Plummer) als Gegenstand einer Wette mit dem teuflischen Mr. Nick (Tom Waits) trachtet: Seele(n).
Dem Film mangelt es an Seele, er wirkt seltsam unmotiviert. Vor dem Hintergrund der Tragödie um Heath Ledger ist dies aber nur allzu verständlich.
Man möchte dem Film und Terry Gilliam allerdings zugute halten, dass er Mut bewiesen hat, das Unternehmen trotz schlechter Vorzeichen zu einem Ende gebracht zu haben - den Mut eines Getriebenen, trotz aller Hindernisse weiterzumachen.
Der Mut, der schließlich einem anderen Getriebenen fehlte: Heath Ledger.
Das ist das wahre Drama des Films.
Elman Smithee - 16. Jan, 18:10